WAS HINTER MEINER HOCHZEITSREPORTAGE STECKT
Eine Hochzeitsreportage beginnt für mich nicht erst am Hochzeitstag – und sie endet auch nicht mit dem letzten Foto.
Meine Art der Hochzeitsfotografie besteht nicht aus Technik, Kameras oder reinen Stunden, sondern aus Vorbereitung, Verantwortung und Herzblut. Aus allem, was im Vorfeld passiert, damit am Hochzeitstag selbst möglichst wenig dem Zufall überlassen bleibt.
Schon lange vor eurer Hochzeit setze ich mich intensiv mit eurem Ablauf auseinander. In persönlichen Gesprächen geht es dabei nicht nur um Zeiten oder Programmpunkte, sondern vor allem um Prioritäten: Was ist euch wirklich wichtig? Welche Momente sollen Raum bekommen? Und was darf bewusst im Hintergrund bleiben?
Auf dieser Grundlage schaue ich mir bereits im Vorfeld die relevanten Locations an – zu den geplanten Uhrzeiten und mit Blick auf Licht, Wege, mögliche Engstellen und Alternativen. Ich überlege, wo sich Gruppenfotos sinnvoll umsetzen lassen, wie sich unnötige Wartezeiten vermeiden lassen und wo ich mich am Hochzeitstag so positionieren kann, dass ich präsent bin, ohne Abläufe zu stören.
Ein Punkt, den ich in meiner Arbeit besonders ernst nehme, ist die Planung der Gruppenfotos. Hier geht es nicht nur um den Ort, sondern um Struktur und Übersicht: Wer wird mit wem fotografiert? In welcher Reihenfolge? Welche Konstellationen sind gewünscht – und welche ausdrücklich nicht? Zu wissen, welche Gruppen bereits fotografiert wurden, wer noch fehlt und wie sich Wiederholungen vermeiden lassen, sorgt am Hochzeitstag für Ruhe und einen flüssigen Ablauf. Dieser Bereich wird sehr häufig unterschätzt oder dem Zufall überlassen, hat aber großen Einfluss auf Stimmung und Zeitplan.
Zur Vorbereitung gehören für mich ebenso Orte, die erst später am Tag relevant werden: die Partylocation, die Lichtverhältnisse am Abend, mögliche Rückzugsmöglichkeiten für kurze Paarmomente – genauso wie ganz pragmatische Dinge wie Parkmöglichkeiten oder kurze Wege zwischen den einzelnen Programmpunkten.
Ein weiterer, meist unsichtbarer Teil meiner Arbeit ist die Abstimmung mit den Menschen, die am Hochzeitstag eine wichtige Rolle spielen: Trauzeugen, Brautjungfern oder enge Bezugspersonen. Hier geht es weniger um Details als um Überblick. Gibt es geplante Überraschungen? Programmpunkte, von denen das Brautpaar nichts wissen soll? Dinge, die spontan Raum brauchen könnten?
All das fließt in meine Vorbereitung ein, damit ich am Hochzeitstag nicht reagieren muss, sondern vorbereitet bin. Damit ich präsent sein kann, ohne aufzufallen. Und damit ihr euch auf euren Tag konzentrieren könnt – nicht auf Abläufe, Zeitpläne oder
Organisation.
Diese Vorbereitung kostet Zeit, Energie und Aufmerksamkeit – und sie muss am Hochzeitstag jederzeit abrufbar sein. Genau darin liegt für mich der Kern meiner Arbeit: Ruhe zu schaffen, wo sonst Chaos entstehen könnte.
Eine Hochzeitsreportage ist für mich deshalb nicht nur das Festhalten von Momenten, sondern das Ergebnis vieler Entscheidungen, Überlegungen und Vorbereitungen im Hintergrund – damit ihr am Ende Bilder erhaltet, die selbstverständlich wirken, obwohl sie alles andere als zufällig entstanden sind.